Wie geht es Kindern zwischen fünf und sieben Jahren in Hessen, die gerade den Übergang von der Kita in die Grundschule meistern? Die Landesregierung unterstützt eine Studie der Frankfurter Goethe-Universität, die genau das herausfinden möchte. Staatssekretärin Manuela Strube hat dafür zusammen mit der Landesbeauftragten für die Beteiligung und Förderung von Kindern und Jugendlichen, Miriam Zeleke, Studienleiterin Dr. Johanna Wilmes für die anteilige Finanzierung der Durchführung am Mittwoch einen Bescheid über rund 110.000 Euro übergeben.
Der Förderzeitraum für die Studie mit dem Titel „Wohlbefinden am Übergang. Fünf- bis Siebenjährige in Hessen im Blick der Children’s Worlds Studie“ erstreckt sich von Juni 2026 bis Mai 2027. „Die Phase des Wechsels von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule ist eine bedeutende in der Kindheit. Wir wollen für unser politisches und fachliches Wirken wissen, wie Kinder diese Übergangsphase wahrnehmen, was sich belastend auswirkt und was zum guten Gelingen beiträgt. Die Ergebnisse werden uns dabei helfen, die Rahmenbedingungen weiter im Sinne der Kinder zu verbessern“, sagte Staatssekretärin Strube.
Frage nach Teilhabe und Chancengerechtigkeit
„Schon bei diesem frühen Übergang stellen sich Fragen nach Teilhabe, Chancengerechtigkeit und kindgerechter Gestaltung von Bildungseinrichtungen. Belastbare empirische Erkenntnisse aus der Perspektive der Kinder liegen dazu bislang fast keine vor. Die Forschung konzentriert sich bislang überwiegend auf Kinder ab acht Jahren und Jugendliche. Wir möchten mit der Studie und unserer Förderung dazu beitragen, diese Datenlücke für Hessen zu schließen“, fügte die Landesbeauftragte Zeleke hinzu.
Studienleitung Dr. Johanna Wilmes erklärte: „Der Übergang von der Kita in die Grundschule ist für Kinder eine sensible Phase, in der sich viel verändert. Wenn wir besser verstehen wollen, was Kinder in dieser Zeit stärkt, was sie belastet und was schließlich zu ihrem Wohlbefinden beiträgt, müssen wir ihre Perspektive unmittelbar einbeziehen. Durch die Studie schaffen wir eine empirische Grundalge für die kindgerechte Gestaltung dieses Übergangs.“
Im Rahmen der Forschung ist geplant, eine quantitative Erhebung in ausgewählten Einrichtungen in städtischen und ländlichen Regionen Hessens mit einer Zielgröße von 500 bis 1.000 befragten Kindern durchzuführen, außerdem ergänzende qualitative Interviews. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans einfließen und als Grundlagen für Übergangskonzepte, Fortbildungsmaßnahmen und Steuerung auf kommunaler Ebene dienen. Die Förderung umfasst die Vorbereitung und Durchführung der repräsentativen Erhebung, die Aufbereitung und erste Auswertung der erhobenen Daten sowie die Bereitstellung einer empirischen Datengrundlage für weiterführende Analysen.