Die Zahl der Menschen, die eine Ausbildung in Teilzeit absolvieren, verbleibt auf niedrigem Niveau, ist aber gerade bei Umschulungen angestiegen – das geht aus dem dritten Bericht zur Teilzeitausbildung in Hessen hervor, den die Servicestelle Teilzeit-Ausbildung jetzt im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales und kofinanziert mit Mitteln der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds Plus, kurz ESF+) veröffentlicht hat. Der Bericht basiert auf Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) für das Berichtsjahr 2023 und zeigt, wie sich Teilzeitausbildung weiterentwickelt und welche Trends sowie Herausforderungen zu beobachten sind. Im nun vorliegenden Bericht gibt die in Trägerschaft des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft (BWHW) betriebene Servicestelle erstmals auch einen qualitativen Einblick in die Förderlandschaft der Teilzeitausbildung.
„Die Zahl der Teilzeitausbildungen in Hessen liegt den Ergebnissen zufolge bei 0,6 Prozent aller neuen Ausbildungsverträge – hier haben wir erhebliches Steigerungspotenzial. Auch die Daten bei Umschulungen zeigen, dass der Teilzeitanteil deutlich höher sein könnte, auch wenn wir hier bereits ein Plus verzeichnet haben: Im Jahr 2023 lag der Anteil in Hessen bei 16,6 Prozent – und damit deutlich höher als 2022, als es noch 10,2 Prozent waren“, führte Sozialministerin Heike Hofmann aus. Sie betonte die Bedeutung, die eine flexible Ausbildung gerade für Menschen mit besonderen Herausforderungen biete – etwa für Eltern oder pflegende Angehörige, für die die Teilzeitform die Chance sei, eine qualifizierte berufliche Ausbildung mit ihrer individuellen Lebenssituation zu vereinbaren.
Für die Teilzeitausbildung werben und sie stärken
„Wir wollen, dass mehr Menschen von den Vorteilen einer Teilzeitausbildung profitieren. Deshalb setze ich mich auch dafür ein, dass in den Kreisen und kreisfreien Städten über das ‚Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget (AQB)‘ zusätzliche Landesmittel zur Verfügung stehen, um für die Teilzeitausbildung zu werben und sie zu stärken – etwa mit Projekten und Maßnahmen, die auch auf die jeweiligen regionalen Bedarfe ausgerichtet sind“, führte Ministerin Hofmann aus. Sie wies darauf hin, dass durch die Unterstützung durch Mittel des ESF+ Teilzeitausbildungen in Gesundheitsberufen ebenso wie die Arbeit der Servicestelle Teilzeit-Ausbildung gefördert würden. „Durch die Servicestelle Teilzeit-Ausbildung wird die Informationsweitergabe an Unternehmen sowie an allgemeine und berufliche Schulen spürbar verbessert, ebenso die Vernetzung der Akteure auf dem Arbeitsmarkt. Dafür danke ich den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BWHW und den Mitgliedern des Netzwerks ‚Teilzeit-Ausbildung finden und fördern‘ (TAff). Gemeinsam setzen wir das wichtige Vorhaben um, das auch im Koalitionsvertrag verankert ist: Wir stärken die Teilzeitausbildung in Hessen!“, so Hofmann weiter.
Eine Teilzeitberufsausbildung ist in allen anerkannten dualen Ausbildungsberufen möglich, wenn der Ausbildungsbetrieb zustimmt. Den Antrag stellen Ausbildungsbetrieb und Auszubildende gemeinsam bei der zuständigen Kammer.