Die für Gleichstellung und Frauen zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren haben sich auf ihrer Hauptkonferenz (GFMK) in Dresden dafür ausgesprochen, Frauenarmut intensiver und ganzheitlicher zu bekämpfen und sich gemeinsam dafür einzusetzen, gleichwertige Teilhabe weiter zu stärken. Der entsprechende Leitantrag, der von hessischer Seite mitgestaltet wurde, wurde am Freitag mit großer Mehrheit beschlossen.
„Der Antrag zeigt deutlich auf, dass Armut, die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit, Gewalt gegen Frauen sowie mangelnde ökonomische Eigenständigkeit eng miteinander verknüpft sind – diesen Missständen müssen wir gemeinsam begegnen, das heißt, mit einem ressortübergreifenden Ansatz. Unser Ziel ist, strukturelle Ursachen von Benachteiligungen zu beseitigen, um Frauen in allen Lebensbereichen bessere Chancen auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Teilhabe zu eröffnen“, sagte Staatssekretärin Katrin Hechler, die das Hessische Sozialministerium bei der Zusammenkunft in der sächsischen Landeshauptstadt vertrat.
Der Leitantrag richtet den Fokus detailliert auf ganz verschiedene Problemaspekte und Teilbereiche, etwa auf Bildung und Qualifikation, auf Erwerbsarbeit als Voraussetzung für ökonomische Eigenständigkeit, die Frage nach der ungleichen Verteilung der Sorgearbeit oder auf strukturelle und kulturelle Barrieren, die Erwerbstätigkeit erschweren. „Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Gestaltungsmacht von Frauen ist eine grundlegende Voraussetzung für demokratische Stabilität, dafür, dass wir wirtschaftlich leistungsfähig sind und nicht zuletzt für sozialen Zusammenhalt“, fügte Hechler hinzu.
Erhöhte Armutsrisiken, damit einhergehende Gesundheitsrisiken, geschlechtsspezifische Gewalt, Altersarmut, Mobilitätsbeschränkungen und eingeschränkte politische sowie kulturelle und digitale Teilhabe seien keine individuellen Schicksale, sondern Folgen struktureller Hürden und kulturell geprägter Rollenvorstellungen: „Soziale Benachteiligung, Armut und soziale Ausgrenzung sind vor allem strukturell bedingt – sie sind so steuer- wie vermeidbar. Der Leitantrag setzt Impulse und verdeutlicht: Nur gemeinsam, ganzheitlich und übergreifend können wir geschlechterbasierte Armutsrisiken nachhaltig reduzieren und damit gleichwertige Teilhabe ermöglichen“, so die Staatssekretärin weiter.