Aufgrund anhaltend niedriger Zugangs- und Belegungszahlen reduziert die Landesregierung die Kapazität der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen (EAEH). „Wir beobachten die Entwicklung bereits seit geraumer Zeit. Weder bei den bundesweiten noch bei den hessischen Zugangszahlen ist eine steigende Tendenz erkennbar. Die EAEH verfügt aktuell ohne die Notunterkunft (NUK) Alsfeld über 9.113 Plätze. Deshalb haben wir entschieden, die NUK zum 30. September 2026 sowie den EAEH-Standort in Bad Arolsen zum 31. Dezember 2026 zu schließen. Zudem werden an anderen Standorten als Unterkünfte genutzte Leichtbauhallen sukzessive zurückgebaut“, gab Sozial- und Integrationsministerin Heike Hofmann am Montag in Wiesbaden bekannt.
Die bundesweite Zahl der Asylsuchenden lag im Jahr 2024 bei rund 200.000, im Jahr 2025 waren es rund 100.000. Seit Beginn dieses Jahres wurden bundesweit rund 32.700 Asylsuchende (Stand 2. Juni 2026) registriert. Somit sind die Zahlen im Vergleich zu den Jahren 2022 (240.000) und 2023 (307.000), in denen die Kapazitäten aufgrund des starken Zugangsgeschehens ausgeweitet wurden, deutlich zurückgegangen. Die EAEH ist derzeit an acht Standorten mit 2.671 Personen belegt.
Entwicklung der Zugangszahlen
„Das aktuelle Flucht- und Ankunftsgeschehen ermöglicht uns, die EAEH-Kapazitäten anzupassen und dadurch auch mit Blick auf die Haushaltslage notwendige Einsparungen vorzunehmen. Die Flächen, die durch den Abbau der Leichtbauhallen innerhalb der Standorte frei werden, versuchen wir soweit möglich dauerhaft freizuhalten. Zudem ist es unerlässlich, dass wir das Zugangsgeschehen permanent im Auge behalten und schnell reagieren, sollte es die Situation erfordern“, führte Ministerin Hofmann aus. Sie erläuterte, dass die Personen, die sich noch an den Standorten befinden, die geschlossen werden, auf andere Standorte verteilt würden.
Die Planung des Landeshaushalts 2027 sieht vor, für den Asylbereich Einsparungen von 50 Millionen Euro vorzunehmen. Davon sollen 35 Millionen auf den Bereich der EAEH entfallen.