Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Kampf gegen Wohnungslosigkeit eine Gemeinschaftsaufgabe der Landesregierung

Sozialministerin Heike Hofmann hat im Landtag zum Entschließungsantrag „Erfolgreiche Ansätze gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit erproben und ausbauen – koordinierte Armutsprävention für Hessen“ gesprochen und dabei die Maßnahmen der Landesregierung im Kampf gegen Wohnungslosigkeit vorgestellt. „Wohnungs- und Obdachlosigkeit gehört zu den härtesten Formen sozialer Not und Wohnen die soziale Frage unserer Zeit. Unser Ziel muss sein, dass Menschen möglichst gar nicht wohnungslos werden – und wenn sie es sind, brauchen sie Hilfe, die erreichbar, wirksam und auf ihre Lebenslage zugeschnitten ist“, sagte die Ministerin.

Wohnungslosigkeit ist zwar in Ballungsräumen sichtbarer, nimmt aber auch im ländlichen Raum zu. 2025 waren in Hessen knapp 29.000 Menschen aus diesem Grund untergebracht. Hinzu kommen Menschen auf der Straße, Menschen in Behelfsunterkünften und Menschen in verdeckter Wohnungslosigkeit. „Diese Zahlen zeigen: Wir dürfen nicht warten, bis sich Notlagen verfestigt haben. Wir müssen früher ansetzen. Und das tun wir mit unserer ressortübergreifenden Landesstrategie zur Prävention und Bekämpfung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit, die bündelt, was bereits geschieht, Lücken und Schnittstellen sichtbar macht und dort neue Impulse setzt, wo wir in Hessen besser werden wollen“, so Hofmann weiter.

Wichtig sei, dass sich Wohnungslosigkeit nicht von einem Ressort allein lösen lasse. Sie berühre neben der Sozialpolitik auch den Wohnungsbau, Gesundheit, Justizvollzug, Gewaltschutz, Digitalisierung, Bildung, Kommunen und freie Träger. Deshalb sei die Landesstrategie eine Gemeinschaftsaufgabe der Landesregierung.

Ressortübergreifende Strategie

„Wir fördern im Zeitraum 2026 bis 2028 erstmalig Modellprojekte mit insgesamt 6,1 Millionen Euro. Darunter die Fachstellen zur Wohnraumsicherung, die da ansetzen, wo Prävention konkret wird: bei Mietschulden, Kündigungen, Konflikten mit Vermieterinnen und Vermietern und drohendem Wohnungsverlust. Sie beraten, vermitteln, begleiten und helfen, bestehende Mietverhältnisse möglichst zu erhalten. Die beste Wohnungslosenhilfe ist die, die verhindert, dass Menschen ihre Wohnung überhaupt verlieren“, sagte die Ministerin.

Sie ging auch auf den Housing-First-Ansatz ein, der so einfach wie wirkungsvoll sei: „Eine eigene Wohnung ist der Ausgangspunkt, damit Menschen wieder Stabilität gewinnen können. Wer dauerhaft auf der Straße lebt, kann die übrigen Probleme seines Lebens kaum lösen. Deshalb fördern wir sechs Housing-First-Projekte in unterschiedlichen Regionen Hessens – gezielt und unmittelbar vor Ort mit konkreter Wirkung für die Betroffenen.“

Sie hob zudem das Schnittstellenmanagement hervor, schließlich entstehe Wohnungslosigkeit häufig an Übergängen: Wenn Menschen aus Einrichtungen kommen, etwa dem Justizvollzug, der Jugendhilfe oder anderen Hilfesystemen, dürfe der Weg genau hier nicht ins Leere führen. „Hier setzen Projekte an, die verhindern, dass Menschen zwischen Zuständigkeiten verloren gehen.“ Schließlich nannte die Ministerin auch den geschützten Tagesaufenthalt für obdachlose Frauen in Frankfurt.

„Eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts“

Der Maßstab der Landesregierung laute: Wer Unterstützung braucht, muss Unterstützung bekommen – nach Recht und Gesetz, nach Bedarf und nach der jeweiligen Lebenslage. „Das ist eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, führte die Sozialministerin aus. „Wir kommen kommt unserer sozialstaatlichen Verantwortung nach, unterstützen Menschen in Notlagen, stärken Prävention und fördern Projekte vor Ort. Wir schaffen bessere Schnittstellen und machen sichtbar, dass Wohnungs- und Obdachlosigkeit nicht nur eine Frage der Unterkunft ist, sondern eine von Teilhabe, Gesundheit, Schutz und Perspektive“, schloss Hofmann ihre Rede.

 

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Matthias Schmidt

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