Die Landesregierung weitet die Unterstützung von Pflegefamilien in Hessen aus und fördert die Entwicklung neuer Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Dafür hat Sozialstaatssekretärin Manuela Strube am Dienstag in Marburg einen Bescheid in Höhe von 110.000 Euro an den St. Elisabeth-Verein übergeben, der als Träger ein E-Learning-Programm für Pflegefamilien bereitstellt. Dieses Tool wurde unter wissenschaftlicher Begleitung der Philipps-Universität Marburg von 2021 bis 2025 im Rahmen einer Vollförderung durch das Hessische Sozialministerium (HMSI) entwickelt, erprobt und implementiert. Mit den nun überreichten Fördermitteln sollen zwei anknüpfende Module entwickelt und hessischen Pflegefamilien und Jugendämtern kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Familien, die nicht in Hessen wohnhaft sind, ist eine Nutzung gegen eine Gebühr möglich.
„Kinder haben ein Recht auf ein gesundes Aufwachsen. Pflegefamilien kommt hierbei eine wichtige Rolle zu: Sie sind Kindern und Jugendlichen ein Rückhalt, wenn es die eigene Familie nicht sein kann. Doch Pflegeelternschaft kann auch herausfordernd sein und erfordert Unterstützung und Vorbereitung. Dafür haben wir gemeinsam mit dem St. Elisabeth-Verein das E-Learning-Programm entwickelt, etabliert und evaluiert, das allein aktuell von mehreren hundert Interessierten genutzt wird. Ich freue mich, dass wir es nun auch zusammen mit Blick auf Pflegekinder mit Behinderung und zum Thema Entwicklungspsychologie weiterentwickeln können“, so Sozialstaatssekretärin Strube.
Projekt „E-Learning für Pflegefamilien“
Der St. Elisabeth Verein ist ein traditionsreicher freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Hessen. Er betreibt zahlreiche Einrichtungen und Angebote und arbeitet dabei eng mit Jugendämtern und Land zusammen. Das Projekt „E-Learning für Pflegefamilien“ besteht aus verschiedenen Modulen und Onlineseminaren, die eine große Bandbreite für Pflegeeltern relevanter Themen abbilden. Die Umsetzung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team aus E-Learning-Autorinnen und pädagogischen Fachkräften. Die Zusammenarbeit wird durch eine Steuerungsgruppe mit Vertreterinnen des HMSI, des Projektteams, des Fachdienstes für Pflegekinderwesen des St-Elisabeth Vereins sowie der Pflegefamilien begleitet, wodurch Abstimmung, Qualitätssicherung und Rückkopplung gewährleistet sind.
„Durch ihren hohen persönlichen Einsatz bieten Pflegeeltern vielen Kindern und Jugendlichen für eine Übergangszeit Sicherheit und Stabilität. Möglich ist auch, dass sie einem Kind dauerhaft ein Zuhause bieten, in dem es Bindungen aufbauen und mit stabilen Bezugspersonen eine Perspektive entwickeln kann. Dazu leistet das Weiterbildungsangebot einen Beitrag“, so Strube weiter.
Pflegefamilien haben einen gesetzlichen Anspruch auf Beratung, Begleitung und Unterstützung. Das E-Learning-Projekt bietet die Möglichkeit der orts- und zeitunabhängigen Fortbildung fortzubilden und ergänzt die stationären Beratungs- und Begleitungsangebote der hessischen Jugendämter.