Drei Frauen sitzen auf einer Couch und halten jeweils einen Förderbescheid in den Händen.

Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Strube übergibt Bescheide für queere Projekte

Staatssekretärin Manuela Strube übergibt Kasseler Verein Queerschnitt Bescheide für drei Projekte aus dem Bereich des Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt.

Der Hessische Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt (APAV) ist der zentrale Baustein hessischer LSBT*IQ-​Politik. Er trägt zur Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Städten wie ländlichen Räumen bei und fördert ein diskriminierungsfreies und wertschätzendes Miteinander. Für drei Projekte, die im Rahmen des APAV realisiert werden, hat Staatssekretärin Manuela Strube am Donnerstag den 17. September in Kassel die Bescheide für den Zeitraum von April 2026 bis Ende März 2027 an Queerschnitt e.V. übergeben. Der Verein setzt als Träger die Projekte T*räumchen Mobil, die LSBT*IQ-Netzwerkstelle Nordhessen und SCHLAU Hessen um.

„Diese Projekte tragen dazu bei, dass Lebenswelten queerer Menschen sichtbar, ihre Bedarfe erkannt und dass auch im ländlichen Raum professionelle Unterstützungsangebote verankert werden“, sagte Strube im Rahmen der Übergabe. Gerade für junge queere Menschen sei es wichtig, Angebote in erreichbarer Nähe vorzufinden. „Unsere Förderung ist nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch ein Zeichen der Anerkennung des Engagements von allen Beteiligten, die sich täglich für Vielfalt und eine diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzen“, so die Staatssekretärin weiter.

Die Projekte:

SCHLAU Hessen (Förderung rund 49.000 Euro)

SCHLAU Hessen ist der landesweite Zusammenschluss und die koordinierende Struktur der hessischen SCHLAU-Lokalprojekte. Das Landesnetzwerk unterstützt die gemeinsame Qualitätsentwicklung, Fortbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Interessenvertretung; die Lokalprojekte in Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Marburg, Gießen und Wiesbaden führen Bildungsarbeit vor Ort durch. Ihre qualifizierten Teamerinnen und Teamer gestalten Workshops für Schulklassen, Jugendliche und junge Erwachsene zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Coming-out, Rollenbildern und Diskriminierung. Kennzeichnend ist der Ansatz „Mit uns reden statt über uns!“: Qualifizierte Teamerinnen und Teamer verbinden fachliche Impulse mit freiwilligen biografischen Gesprächen. Die Arbeit ist ausdrücklich menschenrechts- und antidiskriminierungspädagogisch ausgerichtet, ist keine Sexualaufklärung oder Beratung.

T*räumchen mobil (Förderung rund 42.000 Euro)

Das T*räumchen Kassel ist ein kommunal gefördertes Beratungs- und Begegnungsangebot für geschlechtliche Vielfalt. Es richtet sich u.a. an trans*-, inter*- oder nicht-binäre Personen sowie an Angehörige und Fachkräfte und verbindet individuelle Beratung, Austausch- und Empowerment-Angebote sowie Fachberatung und Fortbildungen. Das Land fördert ergänzend das T*räumchen mobil, das das Angebot auf die nordhessischen Landkreise erweitert. So wird ermöglicht, dass die in Kassel aufgebaute fachliche Kompetenz gezielt in Regionen übertragen wird, in denen vergleichbare queere und trans*spezifische Beratungsstrukturen weitgehend fehlen. Durch mobile beziehungsweise dezentrale Sprechstunden sowie Vernetzung und Fortbildung lokaler Fachkräfte können Betroffene, Angehörige und Institutionen niedrigschwellig unterstützt werden.

LSBT*IQ-Netzwerk Nordhessen (rund 79.000 Euro)

Das LSBT*IQ-Netzwerk Nordhessen ist eine regionale Koordinierungs- und Vernetzungsstelle für queere Selbstorganisation, Sichtbarkeit und Teilhabe. Es ist eines der vier regionalen LSBT*IQ-Netzwerke, die das Land Hessen seit 2018 im Rahmen des APAV fördert. Die Netzwerkstelle wird in Kooperation mit der VIVA Stiftung umgesetzt. Das Einzugsgebiet umfasst die Stadt Kassel sowie die Landkreise Kassel, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg und erstreckt sich ausdrücklich auch auf den ländlichen Raum sowie auf Teile der Region Osthessen. Damit soll insbesondere die Selbstorganisation von LSBT*IQ-Personen gestärkt (Empowerment) und die Ansprache von Akteur*innen außerhalb der queeren Community verbessert werden. Die Landesförderung sichert hier eine zentrale regionale Infrastruktur: Gerade außerhalb Kassels schafft das Netzwerk Verbindung, fachliche Unterstützung und Sichtbarkeit, wo queere Selbstorganisation und spezialisierte Ansprechstrukturen oft weniger ausgeprägt sind.

„Der Anschlag auf den CSD in Berlin hat wieder gezeigt, dass unsere vielfältige Gesellschaft von verschiedenen Seiten bedroht wird und dass wir sie nicht als selbstverständlich und gegeben hinnehmen dürfen. Angriffen auf queere Sichtbarkeit treten wir in Hessen konsequent entgegen, denn Queerfeindlichkeit und Hasskriminalität sind auch Angriffe auf die Grundfesten unserer Demokratie. Vielfalt ist unsere Stärke – deshalb müssen wir sie auch mit aller Kraft verteidigen“, so die Staatssekretärin weiter.  

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Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Matthias Schmidt

Matthias Schmidt

Pressesprecher

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