„Wir setzen die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Land und kommunalen Akteuren auch künftig fort. Mit unserer Förderung stärken wir die kommunalen Integrationsstrukturen und schaffen durch die bis Ende 2030 angelegte Förderperiode eine verlässliche Grundlage für die langfristige Planung in den Kommunen“, sagte Hechler im Rahmen der Übergabe.
„Die Förderung ist ein wichtiges Signal für Kontinuität und Weiterentwicklung des WIR-Vielfaltszentrums im Vogelsbergkreis. Das WIR-Vielfaltszentrum steht für Offenheit, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es leistet wertvolle Arbeit, indem es die Willkommens- und Anerkennungskultur durch verschiedene Projekte im Vogelsbergkreis stärkt“, fügte Landrat Dr. Mischak hinzu.
WIR-Vielfaltszentren stärken Integration vor Ort
WIR-Vielfaltszentren sind lokale Schnittstellen zwischen Land und Kommunen sowie zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft. Sie koordinieren die regionale Integrationsarbeit vor Ort – etwa dadurch, dass sie Strategien für Integration und das Zusammenleben innerhalb der Kommunen entwickeln. Teil davon ist auch die Unterstützung von Zugewanderten bei der Orientierung und darüber hinaus. Vielfaltszentren sind zudem Anlaufstellen für Migrantenorganisationen und Ehrenamtliche. Eine weitere Aufgabe ist, öffentliche und zivilgesellschaftliche Institutionen im Sinne einer vielfaltsorientierten Öffnung zu beraten, um struktureller Diskriminierung und Rassismus gezielt entgegenzuwirken.
Auch das WIR-Vielfaltszentrum des Vogelsbergkreises fördert schwerpunktmäßig Integration und soziale Teilhabe, es etabliert eine wertschätzende Willkommens- und Anerkennungskultur und treibt die vielfaltsorientierte Öffnung der Stadt- und Gemeindeverwaltungen und der Vereine voran.
Sprachmittlung baut Barrieren im Alltag ab
In Lauterbach liegt der Fokus neben der Betreuung der Integreat-App und der Organisation der Interkulturellen Woche besonders auf dem Thema Sprachmittlung: „Rund 150 Ehrenamtliche sind als Sprachmittlerinnen und Sprachmittler aktiv. Sie unterstützen Menschen mit geringen Deutschkenntnissen beispielsweise bei einem Behördengang, Arzttermin, Elterngespräch in der Schule oder auch im Kindergarten. Eine Besonderheit im Vogelsbergkreis stellt das Notfallprojekt dar. Die Ehrenamtlichen werden speziell geschult und können bei Notfalleinsätzen telefonisch über die Leitstelle hinzugezogen werden. Die ehrenamtliche Tätigkeit im Sprachmittlungs-Pool stellt ein wertvolles Instrument zur Integration dar, da Sprachbarrieren bei wichtigen Terminen oder in Notfallsituationen überwunden werden können. Des Weiteren bietet das Projekt für Menschen mit Migrationsgeschichte ein attraktives Ehrenamt, in dem sie anderen Migranten bei der Integration helfen können“, erläuterte Landrat Dr. Mischak.
Staatssekretärin Hechler unterstrich abschließend die Bedeutung des WIR-Programms, das sich seit seiner Gründung als wichtiges Instrument der Integrationsförderung etabliert habe: „Die Vielfaltszentren stehen für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen. Mit dem WIR-Programm gestalten wir das gesellschaftliche Miteinander aktiv mit. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit der Förderzusage die erfolgreiche Arbeit hier im Vogelsbergkreis auch in den kommenden Jahren verlässlich unterstützen können.“