Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Zweite Ombudsstelle stärkt Kinderrechte

Zweite Ombudsstelle in Hessen eröffnet – Jugendministerin Heike Hofmann: „Konsequente Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen“

In der Förderperiode von 2025 bis Ende 2027 finanziert die Landesregierung ombudschaftliche Beratung zu Kinder- und Jugendrechten in Hessen mit rund 3,2 Millionen Euro. Damit sichert sie ein zentrales Beratungsangebot für junge Menschen und Eltern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe langfristig ab. Nachdem die in Frankfurt ansässige Ombudsstelle diese Aufgabe bereits seit 2016 wahrnimmt, kommt nun in Kassel ein weiterer Standort hinzu. An deren Eröffnung hat Jugendministerin Heike Hofmann am Freitag teilgenommen. Künftig können sich damit Eltern sowie Kinder und Jugendliche, die in Konflikte mit öffentlichen oder freien Trägern der Jugendhilfe geraten, auch in Nordhessen unabhängig beraten lassen.

„Mit der Eröffnung des zweiten Standorts der Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte in Hessen setzen wir ein deutliches Zeichen für Teilhabe und konsequente Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen. Auch den Eltern und jungen Menschen in Nordhessen steht nun eine leicht erreichbare und fachlich kompetente Informationsstelle zur Verfügung“, betonte Sozialministerin Hofmann.

Ombudsstellen stärken Beteiligung und Beratung

Ombudschaftliche Beratung wurde 2021 zunächst bundes-, in diesem Jahr auch landesgesetzlich verankert. Sie erfolgt sowohl durch hauptamtliche Fachkräfte als auch durch ein Netzwerk ehrenamtlich Engagierter. Neben der individuellen Unterstützung leisten Ombudsstellen auch einen Beitrag zur langfristigen Qualitätsentwicklung innerhalb des Jugendhilfesystems. „Kinderrechte sind keine abstrakten Prinzipien und auch keine freiwillige Selbstverpflichtung. Sie sind verbindlich und in UN-Kinderrechtskonvention wie Hessischer Verfassung fest verankert. Doch Rechte entfalten ihre Wirkung erst, wenn sie auch bekannt sind, verstanden werden und es Orte gibt, an denen sie eingefordert werden können“, führte Hofmann aus.

Hier kämen die Ombudsstellen ins Spiel, die auch klarer Ausdruck einer Haltung seien: „Unsere Botschaft lautet: Kinder und Jugendliche haben das Recht, beteiligt zu werden und ihre Perspektiven einzubringen sowie Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, mitzugestalten. Beteiligung ist kein Extra, das gewährt wird, wenn es gerade passt, sondern ein grundlegender Bestandteil demokratischen Zusammenlebens. Wer Kinder beteiligt, stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihr Verantwortungsgefühl und ihr Vertrauen in unsere Gesellschaft. Ich wünsche der neuen Anlaufstelle hier in Kassel einen starken Start – und ich danke allen an der Arbeit der hessischen Ombudsstellen Beteiligten für ihren wertvollen Beitrag“, sagte die Ministerin.

Hintergrund:

Träger der Ombudsstellen ist der Verein Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte in Hessen e.V., der im Jahr 2012 von mehreren Trägerverbänden und weiteren Akteuren der Jugendhilfe ins Leben gerufen wurde. Seitdem betreibt er eine Beratungsstelle in Frankfurt, zu der nun eine weitere in Kassel hinzukommt. Ombudsstellen unterstützen junge Menschen und ihre Familien durch Beratung und – falls nötig – auch durch Begleitung bei Gesprächen mit Trägern der Jugendhilfe. Das Land fördert das Angebot seit 2022, seit 2023 trägt es die Kosten vollständig. Mit dem 2021 in Kraft getretenen Kinder- und Jugendstärkungsgesetz wurde in Form von § 9a SGB VIII eine Regelung aufgenommen, die die Länder verpflichtet, entsprechende Ombudsstellen einzurichten. Diese sollen unabhängig und fachlich nicht weisungsgebunden arbeiten. In einem gemeinsamen Workshop-Prozess mit Akteuren der hessischen Jugendhilfe hat das Ministerium ein Umsetzungskonzept erarbeitet, das den schrittweisen Ausbau und die Weiterentwicklung des Angebots vorsieht.

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Matthias Schmidt

Matthias Schmidt

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