Die Hessische Integrationskonferenz ist das zentrale Beratungsgremium der Landesregierung mit mehr als 80 Mitgliedern in Fragen der Integrations- und Migrationspolitik. Am Freitag sind die darin versammelten Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung unter der Leitung von Sozial- und Integrationsministerin Heike Hofmann in Oberursel zu ihrer dritten Sitzung in dieser Legislaturperiode zusammengekommen. Dabei stand der Hessische Integrationsplan 2.0Öffnet sich in einem neuen Fenster im Fokus: Die darin gebündelten Integrationsmaßnahmen der Landesregierung wurden zuletzt mit Blick auf ihren Umsetzungsstand überprüft und die Ergebnisse nun im Rahmen der Sitzung vorgestellt.
Die Ergebnisse der ressortübergreifenden Sachstandserfassung zeigen eine insgesamt positive Bilanz. Von den 188 Maßnahmen des Integrationsplans befinden sich 58 Prozent in Umsetzung, weitere 40 Prozent wurden bereits abgeschlossen bzw. in Folgemaßnahmen überführt. Nur zwei Prozent der Maßnahmen wurden bislang nicht umgesetzt.
Integration wird als Querschnittsaufgabe der Ressorts wahrgenommen
„Die Ergebnisse sind sehr erfreulich. Der Integrationsplan wird nicht nur sichtbar umgesetzt – vielmehr zeigt sich, dass Integration als dauerhafte Querschnittsaufgabe in der Landesverwaltung bearbeitet wird und dass einige der Maßnahmen bereits strukturell verankert sind. Entscheidend für eine gelingende Umsetzung – auch das zeigt die Analyse – bleibt die ressortübergreifende Steuerung und die dabei erfolgende Zusammenarbeit mit Akteuren aus den jeweiligen Handlungsfeldern“, sagte Ministerin Hofmann im Rahmen der Sitzung.
Deutliche Fortschritte seien demnach insbesondere bei Sprachförderung, Bildung, Arbeitsmarktintegration, Antidiskriminierung und gesellschaftlicher Teilhabe zu verzeichnen. Die inzwischen abgeschlossene Antidiskriminierungskampagne habe sich mit rund 15,1 Mio. Kontakten als großer Erfolg entpuppt, zudem sei der Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt neu aufgelegt worden. Auch die 32 WIR-Vielfaltszentren als Anker der kommunalen Vernetzung und Teilhabe seien wichtige Säulen für die Integrationsarbeit vor Ort, so Hofmann weiter.
„Nicht ausruhen, sondern bestehende Herausforderungen angehen“
Doch es gelte, sich nicht auszuruhen und dringend dranzubleiben, schließlich zeige die Analyse auch kritische Punkte auf: „Bei der Integration von Frauen mit Migrationsgeschichte in den Arbeitsmarkt können und sollten wir uns noch verbessern, ebenso dabei, Mehrsprachigkeit zu fördern. Auch zeigt die Auswertung uns weiterhin den Bedarf noch besserer Abstimmung- und Koordinierung bei ressortübergreifenden Maßnahmen. Hieran können wir als Hessische Integrationskonferenz mit unseren Arbeitsgruppen ‚Integration und Arbeit‘, ‚Integration und Asyl‘ sowie ‚Integration und Rassismus in der frühkindlichen Bildung‘ gut anknüpfen. Der daraus resultierende Input ist für die fachlich zuständigen Stellen innerhalb der Landesregierung besonders wertvoll“, sagte die Sozialministerin.
Schließlich entstehe gute Integrationspolitik nicht allein in Ministerien oder Verwaltungen, sondern dort, wo Erfahrungen aus der Praxis auf politische Entscheidungen treffen und dort, wo Menschen bereit sind, zuzuhören, voneinander zu lernen und gemeinsam Verantwortung zu tragen, so Hofmann: „Die Hessische Integrationskonferenz lebt von diesem Gedanken. Sie lebt vom Dialog und von der Bereitschaft, Verantwortung wahrzunehmen statt sie weiterzureichen. Deswegen danke ich allen Beteiligten, dass wir weiter gemeinsam daran arbeiten, dass wir gute Integrationspolitik in gute Praxis überführen – im Sinne eines offenen und vielfältigen Landes Hessen.“